Windenergieindustrie
Die Windenergieindustrie ist für Mecklenburg-Vorpommern eine wichtige Wirtschaftsbranche.

Deutschland hat sich ehrgeizige Ziele gesteckt: Klima- und Umweltschutz, nachhaltige Entwicklung der Energieversorgung, volkswirtschaftliche Kosten der Energieversorgung verringern, fossile Energieressourcen schonen sowie die Weiterentwicklung von Technologien zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien fördern.
Die Windenergieindustrie ist für Mecklenburg-Vorpommern (MV) eine wichtige Wirtschaftsbranche. Die Potenziale der Windenergie und der daraus resultierenden übergreifenden Synergien mit anderen Branchen für die Entwicklung einer leistungsfähigen Industriestruktur des Landes zu nutzen, ist ein wesentliches Ziel der Industriepolitik des Landes.
Natürliche Standortfaktoren und praxisnahe Forschung
Bereits heute bildet die Windenergie an Land und auf See mit einem Anteil von über sechzig Prozent das Fundament der Stromerzeugung in Mecklenburg-Vorpommern.. Aufgrund der guten Windverhältnisse an und vor der Ostseeküste spielt die Windenergie im Stromerzeugungsmix von MV heute sowie auch zukünftig eine herausragende Rolle. So verfügt MV mit den im Land ansässigen Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen bereits über hervorragende Kompetenzen.
Synergien zwischen den Branchen
Die Verflechtung in diversen Industrie-, Dienstleistungs- und Handwerksbereichen ist vielfältig. Im Nordosten werden nicht nur wichtige Komponenten für Windenergieanlagen wie Stahlrohrtürme, Fundamente und sowie Gondeln hergestellt. Zahlreiche Metallbe- und -verarbeitungsunternehmen, Gießereien, aber auch Firmen der Bauindustrie, Elektrobranche, aus dem Dienstleistungssektor wie Logistik, Planer, Gutachter und Finanzdienstleister sowie Unternehmen für Service & Wartung erhalten Aufträge aus der Windenergiebranche. Gerade die kleinen und mittleren Firmen in unserem Land haben beste Voraussetzungen, langfristig von der Energiewende zu profitieren. Diese Entwicklung hat auch positive Einflüsse auf den Arbeitsmarkt.
In Mecklenburg-Vorpommern sind in den vergangenen Jahren rund 15.000 Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbare Energien entstanden. Einen großen Anteil daran hat die Windenergie mit fast fünfzig Prozent. Über 1 800 Arbeitsplätze in unserem Land hängen direkt vom Offshore-Windenergieausbau ab.
Umfangreiches Produktionsprogramm
Das Produktionsprogramm erstreckt sich vom Bau der Fundamente, Herstellung von Stahlrohrtürmen, Gondeln aus Kunststoff, Rotornaben, kompletten Schaltschränken, Zubehör wie Bremsen und Spezialbehälter bis hin zum Korrosionsschutz und Oberflächentechnik. Nicht unbedeutend sind die Betreibergesellschaften und Unternehmen für Service und Wartung, da diese meist vor Ort ansässig sind und somit langfristige Beschäftigung von Mitarbeitern sichern.
Mit der Wiederansiedlung des Offshore-Konverterplattformbaus auf der Neptun-Werft in Rostock-Warnemünde in bisher einzigartiger Ko-Nutzung des Geländes des Marinearsenals der Bundeswehr hat das Land die Chance, sich als Fertigungsstandort für den Offshore-Plattformbau zu etablieren und die damit verbundenen erheblichen industriellen Wertschöpfungspotenziale zu heben. Die Konverterplattformen sind ein zentrales Element für den Ausbau der Offshore-Windenergie und damit für eine klimafreundliche und sichere Energieversorgung.
Offshore-Windparks vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns
Der erste kommerzielle Offshore-Windpark vor der deutschen Küste „EnBW Baltic 1“ (21 Anlagen mit ca. 50 MW Gesamtleistung) wurde Anfang Mai 2011 in Betrieb genommen. Inzwischen liefern in der deutschen Ostsee die sechs Windparks EnBW Baltic 1 und 2, Wikinger, Arkona, Arcadis Ost 1 und Baltic Eagle – mit insgesamt 309 Anlagen und einer Gesamtleistung von 1831 Megawatt – sauberen Strom.
Weitere Offshore-Windparks wie Gennaker und Windanker sind in der konkreten Umsetzung. Der Gennaker-Windpark mit einer Gesamtleistung von knapp einem Gigawatt soll bis Ende 2028 in Betrieb gehen und jährlich über eine Million Haushalte versorgen. Damit entsteht der größte Offshore-Windpark in der deutschen Ostsee.
Der produzierte Windstrom zieht zunehmend energieintensive Industrie an. Großkonzerne investieren in Milliardenhöhe in neue Rechenzentren im Land und in neue Technologien zur Dekarbonisierung von Industrieprozessen, da dort dauerhaft saubere Energie zur Verfügung steht.
Netzwerk Windenergie Mecklenburg-Vorpommern
Die weitere Entwicklung der Windenergiebranche in MV ist eine wesentliche Aufgabe des unternehmensbezogenen Netzwerkes „WindEnergy Network e.V.“ (WEN). Ziel des Netzwerkes ist die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen u.a. durch die Ausgestaltung von Firmenkontakten, den Aufbau des Informationstransfers zwischen den Unternehmen, die Organisation der Zusammenarbeit und die Kooperationsunterstützung bei der Anbahnung von gemeinsamen Projekten. Weiterhin stehen die Erarbeitung von Marketingkonzepten, die Internetpräsentation, die Organisation von Präsentations- und Branchenveranstaltungen sowie die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit und die Vorbereitung von Messen im Mittelpunkt der Arbeit des Netzwerkes. Zudem soll die Ansiedlung neuer Unternehmen durch das Netzwerk unterstützt werden.
Speziell kleine und mittlere Mitglieder profitieren von dieser koordinierenden und branchenübergreifenden Arbeit des Netzwerkes. Die Vernetzung untereinander und mit Forschungseinrichtungen, die Durchführung von Veranstaltungen und Wirtschaftsdelegationsreisen, die Teilnahme an Messen oder Weiterbildungsmaßnahmen könnten kleine und mittlere Unternehmen in dem Maße allein nicht bewältigen. Somit stärkt das WEN die Windenergiebranche in MV insgesamt und hilft, vorhandene Wertschöpfung im Land zu erhalten und zusätzliches Wachstum zu generieren.
Das WEN ist regional in MV verwurzelt. Er hat sich als Industrienetzwerk und Interessenvertretung der Windenergieindustrie im Land etabliert und wird als solches auch in der Branche wahrgenommen. Mit ca. 130 Mitgliedern gehört das WEN zu den größten unternehmensbezogenen Netzwerken unseres Landes.