Landwirtschaft und ländlicher Raum – Land mit Wurzeln

Wo auf Feldern Zukunft wächst

Mecklenburg-Vorpommern ist ein starker Agrarstandort. Äcker, Höfe und Betriebe sichern Einkommen, stärken ländliche Räume und sorgen für sichere Lebensmittel aus der Region. Hier fassen wir die zentralen Themen rund um Landwirtschaft und Ernährung in MV zusammen.

Die Wertschöpfungskette

Die Wertschöpfungskette erklärt, wie Lebensmittel entstehen und zu den Menschen gelangen. Sie beginnt bei Böden, Feldern und in Ställen. Betriebe erzeugen dort Getreide, Obst, Gemüse und tierische Produkte. 

Diese Rohstoffe werden im Land weiterverarbeitet. Mühlen, Molkereien und Lebensmittelhersteller schaffen daraus marktfähige Produkte. Der Handel und die Gastronomie übernehmen den letzten Schritt. Sie bringen regionale Waren verlässlich in die Versorgung.

Weil MV über große Agrarflächen verfügt, entstehen kurze Wege zwischen Produktion und Verarbeitung. Dabei werden rund 60 Prozent der Landesfläche landwirtschaftlich genutzt. Dieser regionale Kreislauf stärkt zudem Einkommen in den Regionen und schafft Transparenz bei der Herkunft unserer Lebensmittel.

Exportstarke Ernährungswirtschaft in MV

Die Ernährungswirtschaft gehört zu den wichtigsten Industriezweigen in Mecklenburg-Vorpommern. Sie erwirtschaftet rund ein Drittel des gesamten Umsatzes im Verarbeitenden Gewerbe und prägt damit die Wirtschaftsentwicklung des Landes. Die Basis bilden Unternehmen, die Nahrungs- und Futtermittel sowie Getränke herstellen und dafür moderne Anlagen und qualifizierte Fachkräfte einsetzen. Zusammen erreichen sie mehrere Milliarden Euro Umsatz pro Jahr.

Viele Produkte aus MV gehen heute weit über die Landesgrenzen hinaus. Fleisch- und Milcherzeugnisse sowie Süßwaren sind im Ausland besonders gefragt. Die wachsende Nachfrage nach hochwertigen Lebensmitteln stärkt diese Entwicklung weiter. MV erzielt dadurch eine hohe Exportquote und gewinnt kontinuierlich neue Märkte.

Die Produktpalette ist dabei breit gefächert – sie reicht von traditionellen Spezialitäten bis hin zu Lebensmittelinnovationen. Diese Mischung schafft Stabilität und eröffnet Chancen für junge Betriebe. 

Mit dem „Existenzgründerpreis Ernährungswirtschaft“ setzt das Land zudem ein Zeichen. Es unterstützt Unternehmen, die neue Ideen einbringen und den Standort aktiv mitgestalten.

Ökologischer Landbau in MV

Mecklenburg-Vorpommern bietet ideale Bedingungen für den ökologischen Landbau. Viele Betriebe nutzen diese Chance bereits und zeigen, wie Landwirtschaft im Einklang mit Natur, Tierwohl und regionalen Kreisläufen gelingt. 

Das Land unterstützt diese Form der Bewirtschaftung seit langem und hat die Förderung in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. Damit die Qualität verlässlich bleibt, gelten klare Vorgaben. Die Bio-Zertifizierung folgt der EU-Öko-Verordnung. Sie legt genau fest, wie die Öko-Produktion, Tierhaltung und Verarbeitung ablaufen müssen. In MV arbeiten bereits mehr als 1.100 Landwirtschaftsbetriebe nach diesen Standards. 

Die ökologische Fläche ist auf rund 187.000 Hektar gewachsen und macht inzwischen etwa 14 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche aus. Auch mehr als 200 Verarbeitungsbetriebe sind biozertifiziert. Damit zählt MV zu den führenden Öko-Regionen in Deutschland.

Um diese Weiterentwicklung fortzusetzen, ist Austausch nötig. Viele Höfe beteiligen sich daher an den Demonstrationsbetrieben des Bundes. Sie öffnen ihre Türen, geben Einblicke in den Alltag der Öko-Landwirtschaft und teilen ihre Erfahrungen. Das hilft interessierten Landwirtinnen und Landwirten beim Einstieg und zeigt, wie vielfältig der ökologische Landbau in MV ist.

Düngeregeln und Bodenschutz

MV schützt seine Gewässer und Böden mit verbindlichen Umweltstandards. Seit Januar 2023 gilt dafür die Düngelandesverordnung. Sie definiert, wie Düngung erfolgen darf und wie nitratbelastete Regionen bestimmt werden. Diese sogenannten „roten Gebiete” müssen die Länder in eigenen Verordnungen festlegen. 

Welche Flächen betroffen sind, lässt sich in Karten und Listen genau erkennen. In den Gebieten müssen Landwirte weniger düngen, Dünger genau dokumentieren und zusätzliche Auflagen wie Sperrfristen beachten. Einige Kulturen, wie Winterraps oder Wintergerste dürfen im Herbst nicht gedüngt werden. Zudem müssen die Betriebe Nährstoffgehalte im Boden und im Wirtschaftsdünger vor der Ausbringung prüfen.

Diese Regeln gelten für konventionelle und für ökologische Betriebe gleichermaßen. Auch auf Bio-Höfen zählen also die Vorschriften, wenn ihre Flächen in belasteten Regionen liegen. 

So entsteht ein verlässlicher Rahmen, der Natur und Landwirtschaft gleichermaßen dient. Er schützt Wasser und Boden und hilft Betrieben, nachhaltig weiterzuarbeiten

Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz

Sichere Lebensmittel sind für uns alle wichtig. Deswegen schützt MV die Lebensmittelsicherheit mit festen Standards und engmaschigen Kontrollen. Das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt trägt die Verantwortung für die Überwachung, während das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Proben untersucht und bewertet. 

Vor Ort begutachten Veterinär- und Lebens­mittel­überwachungs­ämter die Betriebe hinsichtlich Hygiene, Kennzeichnung und Rückstände. So lässt sich klar nachvollziehen, ob Betriebe sauber arbeiten und ihre Produkte nach Vorschrift herstellen.

Auch beim Umgang mit gentechnisch veränderten Organismen setzt MV auf Transparenz. Die GVO-Regelungen folgen dem Gentechnikgesetz, das Mensch, Tier und Umwelt schützt. Nur EU-zugelassene Pflanzen dürfen angebaut werden. 

Ihre Flächen stehen im öffentlichen Standortregister. Mehrere Landesbehörden überwachen Anbau und Freisetzungen und stellen sicher, dass Gentechnik nur unter klaren und geprüften Bedingungen eingesetzt wird.

Bildung und Entwicklung

Für eine zukunftsfähige Landwirtschaft braucht MV solides Wissen und schnelle Wege, um es in die Praxis zu bringen. Klimawandel, Trockenheit und veränderte Anbaubedingungen stellen viele Betriebe vor neue Fragen.

Antworten darauf liefert die Agrar- und Ernährungsforschung des Landes – praxisnah und datenbasiert. Über Ausbildung, Fortbildungen und die Agrarberatung gelangt dieses Wissen gezielt auf die Höfe. Das stärkt betriebliche Planung und die Entwicklung der Regionen.

Weil nachhaltiger Wandel früh beginnt, beteiligt sich MV auch am EU-Schulprogramm. Kinder der Klassen 1 bis 4 und Förderschulen erhalten wöchentlich kostenfreie Milch sowie frisches Obst oder Gemüse. Ergänzend vermitteln pädagogische Begleitangebote, wie ausgewogene Ernährung gelingt und im Schulalltag bestehen kann.

Schulen, Betriebe und Forschung bilden damit ein geschlossenes System: Wissen wird weitergegeben. Ernährung wird erfahrbar. Regionale Lieferbetriebe sind eingebunden. Die Kinder lernen so, woher ihr Essen kommt und wie sie sich gesund ernähren.

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FAQ

Zuständigkeit

Hausanschrift

Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt

Paulshöher Weg 1, 19061, Schwerin, DEpoststelle@lm.mv-regierung.de+49 385 5880+49 385 58816024

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