Ostmoderne in Neubrandenburg
Das Projekt erfasst die Architektur und Kunst der DDR-Zeit in Neubrandenburg und vermittelt die Forschungsergebnisse, sodass die Allgemeinheit verstehen kann, wie wichtig diese kulturellen Zeugnisse für die ostdeutsche Identität sind.

Im April 2025 startete das Erfassungsprojekt „Ostmoderne in Neubrandenburg. Zeugnisse der Architektur, des Städtebaus und der Kunst im öffentlichen Raum von 1945 bis 1990“.
Wie keine andere Stadt in Mecklenburg-Vorpommern ist Neubrandenburg durch die Architektur der DDR-Zeit geprägt, denn die großflächigen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und die Funktion als Bezirksstadt hatten eine umfangreiche Bautätigkeit unter neuen politischen und städtebaulichen Vorgaben zur Folge.
Da nach 1990 bereits viele DDR-zeitliche Neubauten, Wandbilder oder baubezogene Plastiken verloren gegangen sind, drängt die Zeit, den derzeitigen Bestand professionell zu begutachten und Erhaltenswertes zu schützen.
Unter Leitung des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern (LAKD M-V) und unterstützt durch die Stadt Neubrandenburg bearbeiten zwei Kunsthistorikerinnen, Sabine Kahle und Friederike Thomas, dieses kulturelle Erbe.
Das Projekt
Nachdem im Projekt „Drinnen und Draußen. Kunst im Norden der DDR“ im September 2022 eine erste Bestandsaufnahme zum Stand der Forschung zur Kunst der DDR im öffentlichen Raum erfolgte und sichtbar gemacht wurde, geht das aktuelle Projekt weitere wichtige Schritte.
Erfassung
Durch die katalogartige, digital gestützte Erfassung von Architektur, Städtebau, Freiflächengestaltung und Kunst im öffentlichen Raum und die Einbettung in die historischen, kulturellen und politischen Kontexte soll eine Zusammenschau vergleichbarer Objekte erzeugt werden.
- Erfassung der Grunddaten zum Objekt wie Standort bzw. Adresse, Entstehungsjahr, Angaben zu Architekten und Künstlern, Projektierungsbüros oder Werkstätten, Auftraggeber, Material, Maße
- Objektaufnahme vor Ort, fotografische Dokumentation
- Recherchen in der veröffentlichten Literatur sowie in Archiven und Sammlungen
- Kurze Objektbeschreibung, Bewertung und Zuordnung zu architektonischen, städtebaulichen oder künstlerischen Aufgabenbereichen sowie Einordnung in die einzelnen Phasen der Entwicklung der DDR
Vermittlung
Im Ergebnis des abgeschlossenen Projektes soll es fachwissenschaftliche und für Lernende zugängliche und breitenwirksame Begleitprodukte geben:
| Inventarband |
| Schüler-Bildkarten-Satz |
| Handreichung für Lehrerinnen und Lehrer |
| Steckbriefsammlung im Postkartenformat |
Beispiele
Das Erfassungsprojekt „Ostmoderne in Neubrandenburg. Zeugnisse der Architektur, des Städtebaus und der Kunst im öffentlichen Raum von 1945 bis 1990“ ist eine Kooperation der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern, Landesdenkmalpflege und der Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg:
Landesamt für Kultur und Denkmalpflege MV (LAKD)
Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern (LAKD MV) ist einer der drei Partner der Kooperation und einer der beiden Projektträger. Es koordiniert und leitet das Projekt und ist zuständig für:
- Ausschreibung und Anleitung externer Projektkräfte
- Durchführung der Erfassung einschl. Entwicklung des Erfassungsbogens
- Erarbeitung des Inventarbandes einschl. Drucklegung
- Öffentlichkeitsarbeit, Berichtswesen, Dokumentation
Das LAKD fördert das Erfassungsprojekt Ostmoderne in Neubrandenburg mit 80.218 Euro und hatte das abgeschlossene Vorgängerprojekt „Drinnen und draußen – Kunst im Norden der DDR“ mit 25.325 Euro gefördert.
Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg
Die Stadt Neubrandenburg ist einer der drei Partner der Kooperation und einer der beiden Projektträger. Sie ist mit Kulturamt und unterer Denkmalschutzbehörede zuständig für:
- Unterstützung bei der Erfassungsarbeit
- Unterstützung und Mitwirkung bei der Denkmalvermittlung
- Unterstützung bei der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Ostdeutsche Sparkassenstiftung
Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung ist der dritte Kooperationspartner und Zuwendungsgeber im Projekt „Ostmoderne in Neubrandenburg“: Das Projekt „Ostmoderne in Neubrandenburg“ und sein 2024 beendetes Vorläuferprojekt „Drinnen und draußen – Kunst im Norden der DDR“ wurden ermöglicht durch eine Förderung der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Stiftung der Sparkasse Neubrandenburg. Mit der Unterstützung dieses Projektes wollen Stiftung und Sparkasse die Architektur und baubezogene Kunst der DDR auch jener Generation nahebringen, für die diese – für viele Menschen prägenden – Jahrzehnte schon Geschichte sind.
Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung fördert, unterstützt und begleitet künstlerische und kulturelle Vorhaben in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt: Von Kunst und Musik über Literatur und Theater bis hin zu Kulturgeschichte und Restaurierungen in der Denkmalpflege reicht dabei ihr Spektrum. Seit ihrer Errichtung im Jahr 1996 standen dafür mehr als 124 Millionen Euro aus den Vermögenserträgen der Stiftung, dem überörtlichen Zweckertrag des PS-Lotterie-Sparens sowie den projektbezogenen Zusatzspenden der Sparkassen und ihrer Verbundunternehmen zur Verfügung. Insgesamt 2.680 Projekte konnten damit verwirklicht werden.
Sabine Kahle und Friederike Thomas
Die beiden Kunsthistorikerinnen Sabine Kahle und Friederike Thomas haben den Auftrag erhalten, das kulturelle Erbe der Ostmoderne in Neubrandenburg im Rahmen des Erfassungsprojekts zu bearbeiten:
Sie begehen systematisch die Straßenzüge, erfassen die Objekte fotografisch, werten die Bauakten im Stadtarchiv aus – mit dem Ziel, mehr Kenntnisse über die bereits denkmalgeschützten Zeugnisse zu gewinnen, aber auch weitere Bau- und Kunstwerke aufzuspüren, zu bewerten, gegebenenfalls für eine Unterschutzstellung vorzuschlagen.
Sabine Kahle und Friederike Thomas arbeiten seit 2000 gemeinsam in Berlin und Stralsund mit Schwerpunkt Denkmalpflege u. a. im Auftrag der unteren Denkmalschutzbehörden (Stralsund, Wismar, Schwerin, Landkreis Vorpommern-Rügen, Rostock, Neubrandenburg), des LAKD MV, anderer Kultureinrichtungen sowie privater Auftraggeber.











