Boden macht Schule

Eine Handreichung zum Thema "Boden macht Schule" für Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler.

Umweltbildung und EngagementOrientierungsstufe und weiterführende SchuleLehrkräfte und pädagogisches Personal
Liebe Leserin, lieber Leser, der Boden ist unser natürlicher Lebensraum. Er ernährt Pflanzen, Tiere und damit auch uns Menschen. Außerdem erfüllt er wichtige Funktionen im Naturhaushalt, insbesondere mit seinen Wasser- und Nährstoffkreisläufen, aber auch bei der Speicherung klimarelevanter Gase. Kurzum: Wir brauchen gesunden Boden zum Überleben. Auf der anderen Seite ist der Boden vielen Gefahren ausgesetzt, beispielsweise durch stoffliche Belastungen, Wind- und Wassererosion oder Versiegelung. Dabei ist Boden ein begrenztes Gut; er ist nicht vermehrbar. Um den Boden zu schützen und auch für kommende Generationen zu sichern, ist es deshalb unentbehrlich, das "Bodenbewusstsein" jedes einzelnen Menschen frühzeitig und umfassend zu wecken und zu fördern. Kinder im Grundschulalter können in der Broschüre "Pino und Krümel erkunden den Boden" bei einer Reise des Jungen namens Pino und seiner Freundin, der Bodenkrume Krümel, schon einiges über Böden in Mecklenburg-Vorpommern erfahren. Ziel des Projektes "Boden macht Schule" ist in erster Linie eine fächerübergreifende schulische Umweltbildung, wie z.B. in den Fächern Biologie, Chemie, Erdkunde, Sozialkunde, Physik… Die Aufgliederung des Materials in einzelne Module mit Sachinformationen, Arbeitsblättern und Experimentiervorschlägen ermöglicht einen optimalen Einsatz im Unterricht. Daneben kann das Material auch bei außerschulischen Fortbildungen wie Exkursionen oder Projekten verwendet werden. Grundlage für die Broschüre "Boden macht Schule" ist die Handreichung "Lernort Boden", welche das Bayerische Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz 2006 herausgab. Mein besonderer Dank geht deshalb an meine bayerischen Kollegen, die uns durch die kostenfreie Nutzung der vorhandenen Texte und Schüleraktivitäten die Realisierung unseres Projektes "Boden macht Schule" wesentlich erleichterten.
Dr. Till Backhaus
Minister für Landwirtschaft und Umwelt

Was ist Boden? (Modul A)

Das Modul besteht aus folgenden Teilen:

  • Sachinformation
  • Schüleraktivitäten (didaktische Hinweise, Hintergrundinfos, Experimente o. ä.)
  • separate Arbeitsblätter, Bilder und Grafiken (aus den Schüleraktivitäten)

Aus der Sachinformation: Dieses Modul enthält Informationen über Ursprung und Bedeutung des Bodens als eine der Grundlagen des Lebens, seine Funktionen, seine rechtliche Stellung, seine Bestandteile und seine physikalisch-chemischen Eigenschaften. Nach diesen allgemeinen Betrachtungen werden die wichtigsten Böden Mecklenburg-Vorpommerns vorgestellt. Abschließend wird erklärt, welche Prozesse den für Mecklenburg-Vorpommern typischen Formenreichtum des Bodens verursacht haben.

Unsere Böden bilden ein komplexes Teilsystem der Geosphäre, in dem sich Bio-, Hydro-, Litho- und Atmosphäre in gemeinsamen Stoff- und Energiekreisläufen durchdringen. Das Zusammenwirken der einzelnen Sphären im Boden hat Einfluss auf Ausprägung und Eigenschaften der Böden, die in Zeiträumen von Jahrtausenden in großer Vielfalt entstanden sind. Bodeneigenschaften wie Wasserspeicherfähigkeit, Nährstoffversorgung, Bearbeitbarkeit und die für das Pflanzenwachstum günstige Bodenreaktion sind wichtige Kriterien zur Beurteilung der Bodenqualität in der Land- und Forstwirtschaft. Die Wirkungsgefüge im Boden zu verstehen, ist wichtige Voraussetzung dafür, den Stellenwert des Bodens nicht nur im Hinblick auf seine Nutzung durch den Menschen zu erkennen.

Zu den Schüleraktivitäten: Die Schüler sollen sich dem Thema zunächst spielerisch und sinnlich annähern. Beispiele hierfür sind ein Kreuzworträtsel, das Herstellen einer Heilerdemaske, Bodenpantomime und das Malen mit Bodenfarben.

Produzenten und Konsumenten, Zersetzer und Aasfresser, Räuber und Parasiten - Der Boden als Lebensraum (Modul B)

Das Modul besteht aus folgenden Teilen:

  • Sachinformation
  • Schüleraktivitäten (didaktische Hinweise, Hintergrundinfos, Experimente o. ä.)
  • separate Arbeitsblätter, Bilder und Grafiken (aus den Schüleraktivitäten)

Aus der Sachinformation: Dieses Modul gibt einen Überblick über die Bodenlebewesen, also über Bakterien, Einzeller, Pilze, Pflanzen und Tiere. In ihm werden Nahrungsnetze und Stoffkreisläufe beschrieben. Die Leser lernen, dass die Bodenlebewesen durch die Zersetzung anorganischer und organischer Substanzen wesentlich zur Bodenbildung beitragen.

Die Aktivitäten der Bodenlebewesen macht sich der Mensch beispielsweise in der Landwirtschaft und bei der Kompostierung im Garten zunutze, er kann jedoch durch eine ungeeignete Bodenbearbeitung oder den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln auch negativ in den Bodenhaushalt eingreifen. Dadurch können nicht nur die Lebensbedingungen der Bodenbewohner, sondern auch die Qualität des von ihm genutzten Bodens beeinträchtigt werden.

Zu den Schüleraktivitäten: Die zum Modul gehörende Sammlung von Schülerexperimenten enthält zum Beispiel Anleitungen für Verrottungsversuche und Anweisungen zum Fang und zur Untersuchung von Bodentieren.

Der Boden als Waldstandort (Modul C)

Das Modul besteht aus folgenden Teilen:

  • Sachinformation
  • Schüleraktivitäten (didaktische Hinweise, Hintergrundinfos, Experimente u. ä.)
  • separate Arbeitsblätter, Bilder und Grafiken (aus den Schüleraktivitäten)

Aus der Sachinformation: Dieses Modul gibt einen Überblick über die Funktionen des Waldbodens, dessen Aufbau, die Nährstoffkreisläufe sowie bestehende Gefährdungen. Die Leser erfahren, welche Waldböden für Mecklenburg-Vorpommern typisch sind und wie sich der Wald in unserem Bundesland verteilt.

Waldböden sind im Vergleich zu den intensiv vom Menschen genutzten Agrarböden in einem sehr naturnahen Zustand und daher besonders schützenswert. Sie bilden die Grundlage für intakte Waldökosysteme mit vielfältigen Funktionen für den Naturhaushalt der Erde. Der Einfluss des Menschen wirkt sich zunehmend auch auf den Waldboden aus.

Zu den Schüleraktivitäten: Das theoretische Wissen über die Bedeutung des perfekten Recyclings, also des Kreislaufs der Stoffe in Ökosystem Wald, wird durch eine Reihe von Experimenten praktisch erlebbar gemacht. Interessant ist insbesondere auch der Vergleich mit dem Wertstoff-Recycling unseres Hausmülls.

Reservoir und Filter - Die Rolle des Bodens im Wasserkreislauf (Modul D)

Das Modul besteht aus folgenden Teilen:

  • Sachinformation
  • Schüleraktivitäten (didaktische Hinweise, Hintergrundinfos, Experimente o. ä.)
  • separate Arbeitsblätter, Bilder und Grafiken (aus den Schüleraktivitäten)

Aus der Sachinformation: Dieses Modul beschreibt die wichtige Rolle des Bodens im Kreislauf des Wassers. Die Leser erhalten Informationen über Wege und Verteilung des Wassers im Boden, dessen Funktion als Ausgleichs-, Puffer- und Filtermedium sowie eine Überblick über die Gewinnung von Trinkwasser.

Böden regeln die Verfügbarkeit von Wasser und Nährlösungen für die Pflanzen. Sie dienen als Filter und Reaktionsraum der Fixierung und dem Abbau von Schadstoffen und schützen damit die Pflanzen als Grundlage unserer Ernährung sowie das Grund- und Trinkwasser. Durch die Aufnahme und zeitlich verzögerte Abgabe der Niederschläge reduzieren bzw. verhindern Böden in ungestörten Systemen das Anwachsen der Flüsse zu reißenden Fluten.

Zu den Schüleraktivitäten: Die Schüler verfolgen im Modul D den Weg des Wassers im Boden. Unter anderem geht es darum, wie viel Wassernachschub ein Baum aus dem Boden benötigt und wie der Boden verschmutztes Wasser reinigt.

Die Erde, die uns ernährt - Der Boden als Agrarstandort (Modul E)

Das Modul besteht aus folgenden Teilen:

  • Sachinformation
  • Schüleraktivitäten (didaktische Hinweise, Hintergrundinfos, Experimente u. ä.)
  • separate Arbeitsblätter, Bilder und Grafiken (aus den Schüleraktivitäten)

Aus der Sachinformation: Dieses Modul informiert über den Wandel der landwirtschaftlichen Nutzung unserer Böden einschließlich der Bedeutung eines ausgewogenen Nährstoffhaushaltes. Neben den Praktiken werden auch die Risiken der landwirtschaftlichen Bodennutzung und -bearbeitung dargestellt.

Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert und dem Strukturwandel in der Landwirtschaft seit 1950 hat sich die ackerbauliche Nutzung und Bearbeitung unserer Böden gegenüber früheren Zeiten grundlegend verändert. Es ließen sich hohe Ertragssteigerungen erzielen, die mit die Grundlage einer sicheren Ernährung bilden. Doch wuchsen mit den Möglichkeiten einer veränderten Landwirtschaft auch die Gefahren für den Boden. Landwirtschaft betreiben heißt daher heute auch, besondere Verantwortung für den Schutz des Bodens und die Erhaltung seiner Fruchtbarkeit zu übernehmen.

Zu den Schüleraktivitäten: Hier geht es insbesondere um die Bodenerosion durch Wind und Wasser. Zahlreiche Experimente, aber zum Beispiel auch die Anregung zur Befragung eines Landwirtes sollen helfen, den Lernenden für den Schutz des Bodens zu sensibilisieren.

Schadstoffe im Boden (Modul F)

Das Modul besteht aus folgenden Teilen:

  • Sachinformation
  • Schüleraktivitäten (didaktische Hinweise, Hintergrundinfos, Experimente o. ä.)
  • separate Arbeitsblätter, Bilder und Grafiken (aus den Schüleraktivitäten)

Aus der Sachinformation: Dieses Modul informiert über Schadstoffeinträge in den Boden, deren Auswirkungen, Überwachungen bis hin zur Sanierung von Altlasten.

Böden besitzen gegenüber Schadstoffen eine Filter- und Pufferfunktion. Dadurch sind sie in gewissem Umfang in der Lage, Schadstoffe zu binden und trotz des Eintrages versauernd wirkender Stoffe auch den pH-Wert des Bodens konstant zu halten. Die Schadstoffe im Boden entstammen zum Teil aus seinem Ausgangsmaterial, zum anderen werden sie über den Luftweg weiträumig eingetragen. Punktuell besonders hohe Belastungen stellen Kontaminationen des Bodens an ehemaligen Industriestandorten oder Abfalldeponien dar. Diese Altlasten müssen im Hinblick auf die von ihnen ausgehenden Gefahren für Mensch und Umwelt meist unter hohem Kostenaufwand saniert werden. Die gegenwärtige stoffliche Belastung unserer Böden zu erfassen und langfristige Veränderungen zu überwachen, ist unter anderem Ziel des Netzes von Boden-Dauerbeobachtungsflächen in Mecklenburg-Vorpommern.

Zu den Schüleraktivitäten: Im Rahmen der Schüleraktivitäten werden zum Beispiel folgende Fragestellungen untersucht: "Welche Pufferwirkung haben Böden gegenüber saurem Sickerwasser?" oder "Was bewirkt Salz im Boden?"

Flächeninanspruchnahme (Modul G)

Das Modul besteht aus folgenden Teilen:

  • Sachinformation
  • Schüleraktivitäten (didaktische Hinweise, Hintergrundinfos, Experimente o. ä.)
  • separate Arbeitsblätter, Bilder und Grafiken (aus den Schüleraktivitäten)

Aus der Sachinformation: Dieses Modul gibt einen Überblick über die Bodennutzungen einschließlich Flächeninanspruchnahmen durch Siedlung, Industrie und Verkehr. Es werden die Auswirkungen auf Boden, Wasser und Klima beschrieben sowie Maßnahmen/Strategien zur Reduzierung der Neuinanspruchnahme bzw. Wiedernutzbarmachung bereits verbrauchter Flächen dargestellt.

Der Druck des Menschen auf die Ressource Boden wird immer stärker. Einen wesentlichen Anteil daran hat die Inanspruchnahme des Bodens für Siedlungen und Verkehrswege, wobei in Mecklenburg-Vorpommern täglich durchschnittlich 8 ha hinzukommen. Rund die Hälfte aller Siedlungs- und knapp ein Drittel aller Verkehrsflächen sind versiegelt. Um den hohen Flächenbedarf zu verringern, müssen sowohl die effizientere Ausnutzung bestehender Siedlungsflächen als auch das Flächenrecycling verstärkt werden. Der Gesetzgeber hat dazu eine Reihe von rechtlichen Grundlagen geschaffen.

Zu den Schüleraktivitäten: Unter anderem wird die Frage aufgeworfen, wie viel Fläche ein Mensch eigentlich braucht. Am Projekt "Wir gestalten unseren Schulhof neu!" können die Lernenden praxisorientiert ihre Erkenntnisse umsetzen und festigen.