Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit
Mecklenburg-Vorpommern stärkt Offshore- Wirtschaft
Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat im Bundesrat vor den wirtschaftlichen Folgen stockender Offshore-Projekte für die Unternehmen im Land gewarnt.

Dr. Blank: „Der Offshore-Ausbau darf keinen Fadenriss erleben. Das trifft nicht nur Projektentwickler, sondern die gesamte industrielle Lieferkette.“
Schwerin, 16.10.2026 – Für die maritime Industrie in Mecklenburg-Vorpommern steht beim weiteren Offshore-Ausbau viel auf dem Spiel. Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank hat deshalb im Bundesrat vor den wirtschaftlichen Folgen stockender Offshore-Projekte für die Unternehmen im Land gewarnt.
„Der Offshore-Ausbau darf keinen Fadenriss erleben. Das trifft nicht nur Projektentwickler, sondern die gesamte industrielle Lieferkette. In Rostock werden Monopile-Fundamente hergestellt, unsere Häfen sind wichtige Standorte für Bau und Wartung von Offshore-Windparks. Und mit zwei Großaufträgen von 50Hertz ist der Konverterplattformbau nach Warnemünde zurückgekehrt. Damit sich diese Industrie langfristig im internationalen Wettbewerb behaupten kann, brauchen die Unternehmen eine kontinuierliche Auslastung. Die ersten Großaufträge sind ein wichtiger Erfolg. Aber wir dürfen nicht zulassen, dass wir heute industrielle Kapazitäten aufbauen, für die morgen die Aufträge fehlen“, sagte Blank im Bundesrat.
Umso wichtiger sei es, bereits bezuschlagte Offshore-Projekte trotz gestiegener Kosten und veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen noch zu realisieren. Mecklenburg-Vorpommern fordert deshalb, die Finanzierung bezuschlagter Projekte zu erleichtern. Dazu sollen Zahlungen zeitlich gestreckt und die geplante Verlängerung der Betriebsdauer auf 35 Jahre auch für bestehende Projekte ermöglicht werden.
„Unser Ziel ist es, Projekte möglich zu machen, nicht sie aus dem Markt zu nehmen. Wenn das trotz verbesserter Rahmenbedingungen nicht gelingt, brauchen wir eine rechtssichere Rückgabeoption“, erklärte Blank.
Auch bei künftigen Ausschreibungen müsse der Bund nachbessern. Die erfolglose Auktion im vergangenen Jahr und die ausgesetzten Ausschreibungen in diesem Jahr seien deutliche Warnsignale. Die Bundesregierung gehe mit der vorgesehenen Einführung zweiseitiger Differenzverträge zwar in die richtige Richtung, bleibe mit ihrem zweistufigen Ausschreibungsverfahren aber auf halber Strecke stehen.
„Differenzverträge können Strompreisrisiken begrenzen und Finanzierungskosten senken. Aber sie dürfen nicht erst dann zum Einsatz kommen, wenn eine Ausschreibung gescheitert ist. Die Zweistufigkeit muss weg! Wir brauchen von Anfang an ein einfaches und verlässliches Verfahren, das Investitionen ermöglicht und dafür sorgt, dass die Projekte auch tatsächlich gebaut werden“, forderte Blank.
Für Wirtschaftsminister Blank steht fest: „Wir haben in Mecklenburg-Vorpommern neue industrielle Perspektiven im Offshore-Bereich geschaffen. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass weitere Aufträge folgen und gut bezahlte Arbeitsplätze gesichert werden. Dafür brauchen unsere Unternehmen Planungssicherheit und eine verlässliche Projektpipeline.“