Pressemitteilung23.10.2026

Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport

Welt-Polio-Tag: Drese bezeichnet Polio-Impfung als große Errungenschaft der Präventionsmedizin

Zum Welt-Polio-Tag am 24. Oktober hebt Drese die Erfolge der Impfprävention hervor.

PM 264/2026

Gesundheitsförderung und (Sucht-)Prävention

Am (morgigen) 24. Oktober findet seit 1988 der Welt-Polio-Tag statt. Er soll das Bewusstsein für Poliomyelitis (im Volksmund auch Kinderlähmung genannt) stärken und führt zugleich den großen Erfolg von Impfungen vor Augen. Für die geschäftsführende Gesundheitsministerin Stefanie Drese ist der Polio-Impfstoff heute eine der größten Errungenschaften der Präventionsmedizin. 

„Noch bis in die 1950er Jahre gehörte die Kinderlähmung zu den am meisten gefürchteten Krankheiten. Regelrechte Infektionswellen des hochansteckenden Poliovirus führten zu schweren Lähmungen an Beinen, Armen und Atmungsorganen und damit zu bleibenden Beeinträchtigungen oder gar bis zum Tod. Dass diese Krankheit heute als zurückgedrängt gilt, ist ein enormer Erfolg, den wir umfassenden und jahrzehntelangen Impfprogrammen und hohen Impfquoten zu verdanken haben“, betonte Drese. 

Seit der Einführung des flächendeckend verfügbaren Impfstoffes im Jahr 1962, ein Jahr nach einer besonders schweren Epidemie, die in Deutschland 306 Menschen das Leben kostete, konnten so bereits in den 80er Jahren kaum noch Infektionen festgestellt werden. Die letzte einheimische Infektion wurde 1990 verzeichnet, seit 2002 gilt ganz Europa als poliofrei. 

„Eine hohe Impfquote ist dabei der beste Schutz vor erneuten Ausbrüchen, gerade wenn genetisch verwandte Polioviren (cVDPV) immer mal wieder in Abwasserproben nachgewiesen werden können“, hob Drese hervor. „Dass wir in Mecklenburg-Vorpommern mit einer Polio-Impfquote von 94,9 Prozent bei den Schuleingangsuntersuchungen zur Spitzengruppe in Deutschland gehören, ist daher eine äußerst erfreuliche Nachricht“, so Drese. 

Während MV so fast punktgenau die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderte Zielmarke von 95 Prozent für einen sicheren Gemeinschaftsschutz (Herdenimmunität) erreicht, liegt der bundesweite Durchschnitt bei den Erstklässlern nur bei rund 88 Prozent. 

Das zeige, dass MV im historischen und aktuellen Vergleich eine der effektivsten Strukturen bei der Nachverfolgung und Wahrnehmung von Impfterminen habe, so Drese. „Während weite Teile Deutschlands die 95-Prozent-Marke aus den Augen verloren haben, schafft es MV durch den starken Aufholeffekt bis zum Schulstart fast bis auf den Punkt genau perfekt, dieses Sicherheitsnetz zu halten. Auf diesen Werten dürfen wir uns aber nicht ausruhen“, appellierte Drese. 

So gebe es die Tendenz, dass die letzte nötige Impfstoffdosis im zweiten Lebensjahr verschleppt wird. „Im Alter von 24 Monaten sind bundesweit im Schnitt erst 76,9 Prozent der Kinder vollständig gegen Polio grundimmunisiert. In Mecklenburg-Vorpommern liegt diese Quote mit 79,2 Prozent zwar etwas höher, ist aber für eine Minimierung der Risiken ausbaufähig“, so Drese.

Noch besser wäre aber eine Grundimmunisierung im Säuglingsalter (insgesamt 3 Impfstoffdosen im ersten Lebensjahr: nämlich im 2., 4. und 11. Monat). Die Ministerin bittet Eltern deshalb, den Aktionstag als Anlass zu nehmen, das Impfheft ihrer Kinder zu überprüfen und gegebenenfalls versäumte Impfungen zeitnah in Absprache mit der Kinderärztin oder dem Kinderarzt nachholen zu lassen. „Denn jede vollständige Impfung hilft, Polio-Fälle oder Fälle mit Folgeschäden zu vermeiden“, sagte Drese. 

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