Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten
„Hier bün ik Tauhus“
Das Kabinett hat die Fortschreibung des Heimatprogramms für Mecklenburg-Vorpommern unter dem Titel „Hier bün ik Tauhus“ beschlossen.
Das Kabinett hat die Fortschreibung des Heimatprogramms für Mecklenburg-Vorpommern unter dem Titel „Hier bün ik Tauhus“ beschlossen. Es wurde seit 2023 gemeinsam vom Beirat für Niederdeutsch- und Heimatpflege und den beiden Ministerien weiterentwickelt. Damit hat Mecklenburg-Vorpommern einen Fahrplan, um auf die Erfolge des ersten Heimatprogramms aufzubauen.
Die Weiterentwicklung des Programms konzentriert sich auf langfristig wirkende Maßnahmen in den Bereichen Bildungs-, Wissenschaft- und Kulturpolitik.
Drei Säulen
Die Neuausrichtung ist auf drei Säulen ausgerichtet:
Frühkindliche Bildung,
Weiterführende Bildung und
Kulturelle Bildung.
Das Programm setzt darin jeweils fünf Schwerpunkte: Sprache, Heimat und Kultur, Digitalisierung, Inklusion und Evaluation. Für jeden dieser Bereiche schlägt das Konzept Maßnahmen vor, die langfristig und kontinuierlich umgesetzt werden sollen.
Die Ziele des 2016 beschlossenen Vorgängerprogramms, Heimatpflege und die niederdeutsche Sprache bereits in der frühkindlichen Bildung, aber auch in den Schulen und an den Universitäten und im Ehrenamt nachhaltiger zu verankern, sind demnach erreicht.
„Wir haben alle Kindertagestätten des Landes mit Heimatschatzkisten ausgestattet. Niederdeutsch ist als reguläres Schulfach anerkannt, an Niederdeutsch-Profilschulen kann Niederdeutsch sogar bis zum Abitur vermittelt werden. Erfreulich ist, dass sich wieder mehr junge Menschen für die niederdeutsche Sprache und die Themen unserer Landesgeschichte interessieren“, sagte Bildungsministerin Simone Oldenburg.
Niederdeutsch ist als reguläres Schulfach anerkannt, an Niederdeutsch-Profilschulen kann Niederdeutsch sogar bis zum Abitur vermittelt werden. Erfreulich ist, dass sich wieder mehr junge Menschen für die niederdeutsche Sprache und die Themen unserer Landesgeschichte interessieren.
„An der Universität Greifswald arbeitet seit 2017 das Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik und bildet Grundschullehrkräfte aus. Und wir haben den Heimatverband als einen zentralen Partner für die engagierten Vereine und Initiativen im Land gestärkt. Er bietet jetzt eine gerne genutzte Beratungsstruktur“, so Wissenschafts- und Kulturministerin Bettina Martin.
An den Hochschulen gewinnt das Fach Niederdeutsch mit der Professur für niederdeutsche Sprache und Literatur an der Universität Rostock und dem Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik an der Universität Greifswald weiter an Bedeutung.
„In der frühkindlichen Bildung gehören Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte, zum Beispiel zu den Heimatschatzkisten, zum Programm. Kulturschaffende, Eltern und Großeltern sind in die kulturelle Frühbildung stärker eingebunden“, so Ministerin Oldenburg weiter. „Außerdem haben wir Kitas ein Bildungssiegel überreicht, wenn sie sich bei der Vermittlung der niederdeutschen Sprache besonders engagieren. Ziel ist es auch, dass Heimatmuseen und Handwerksbetriebe stärker eingebunden werden und das immaterielle Kulturerbe Kindern noch stärker präsentieren.“
Auch digitale Angebote mit Lehrmaterialen sollen aus- und aufgebaut werden, die niederdeutsche Fortbildungsmöglichkeiten und Medien zur Verfügung stellen. Ähnlich sollen auch an den Schulen die bestehenden Aktivitäten ergänzt werden. Ein Landesfachtag für Lehrkräfte, den der Beirat für Niederdeutsch- und Heimatpflege vorgeschlagen hatte, ist bereits etabliert.
„An den Hochschulen gewinnt das Fach Niederdeutsch mit der Professur für niederdeutsche Sprache und Literatur an der Universität Rostock und dem Kompetenzzentrum für Niederdeutschdidaktik an der Universität Greifswald weiter an Bedeutung“, ergänzte Ministerin Martin. „Wir werden die Lehramtsstudienangebote Niederdeutsch auch im Zeitraum 2026 bis 2030, für den gerade die Zielvereinbarungen mit den Hochschulen geschlossen wurden, weiterführen. Daneben ist eine noch engere Zusammenarbeit beider Universitäten in diesem Bereich vorgesehen.“
„Der Heimatverband Mecklenburg-Vorpommern freut sich, dass das immaterielle Kulturerbe und insbesondere die niederdeutsche Sprache mit der Fortschreibung des Heimatprogramms im Fokus bleiben“, sagte Martin Buchsteiner, Vorsitzender des Heimatverbandes Mecklenburg-Vorpommern und Mitglied des Beirates für Niederdeutsch- und Heimatpflege. „Viele Aktivitäten des Verbandes, die Menschen zusammenbringen, Traditionen lebendig halten und kulturelle Vielfalt sichtbar machen – von den einzelnen Arbeitskreisen und den Plattdeutschen Wochen über das Festival der Traditionen bis hin zum Festival der Landesgeschichte, sind ohne eine Förderung des Landes nicht möglich. Wir hoffen, dass das klare Bekenntnis des Landes die finanzielle Unterstützung langfristig sichert. Denn Heimat entsteht nur dort, wo Menschen ihre Sprache, ihre Geschichte und ihre Kultur entdecken, gemeinsam gestalten und miteinander teilen können.
In der Forschung kann Mecklenburg-Vorpommern auf die 2022 eingerichtete Professur für Regionale Kulturgeschichte Mecklenburgs und das 2025 begründete Zentrum für regionale Geschichte und Kultur Mecklenburgs an der Universität Rostock aufbauen.
Ein wichtiger Schritt ist auch, einen neuen Standort für die Pommernakten zu finden, wofür die Landesregierung bereits intensiv mit der Universität Greifswald im Gespräch ist. Ebenso werden weitere akademische Kooperationen zwischen den in der Heimatpflege aktiven Akteuren angestrebt.
Im Bereich der kulturellen Bildung soll die Vermittlung landeskultureller Inhalte auch abseits von Bildungseinrichtungen weiter gestärkt werden.
Ein Konzept für die bessere Sichtbarmachung und Förderung des Immateriellen Kulturerbes wurde im Sommer 2026 vom Kabinett bestätigt. Ein offizielles Landesverzeichnis für in Mecklenburg-Vorpommern vertretene Ausdrucksformen des Immateriellen Kulturerbes ist in Arbeit und wird zeitnah veröffentlicht werden.
Die niederdeutsche Sprache und das kulturelle Erbe, die Bräuche und Traditionen des Landes sollen in der Öffentlichkeitsarbeit des Landes eine prominente Rolle spielen.
Grundlagen dafür sind Artikel 16 der Landesverfassung, der die Förderung von Kultur, niederdeutscher Sprache und Wissenschaft zur Aufgabe für die Landespolitik macht, die Europäische Charta der Regional- und Minderheitensprachen, der Mecklenburg-Vorpommern mit Verpflichtungen zu Schutz und Pflege der Niederdeutschen Sprache beigetreten ist sowie die UNESCO-Konvention zum Erhalt des Immateriellen Kulturerbes, die seit 2013 in der Bundesrepublik Deutschland umgesetzt wird.