Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt
Backhaus: Das Land steht an der Seite der Imkerinnen und Imker
Anlässlich des 15. Imkertages Mecklenburg-Vorpommern, der am Sonntag (25.10.2026) in Linstow begangen wird, dankt Agrar- und Umweltminister Dr. Till Backhaus dem Landesimkerverband und seinen Ortsvereinen für ihr Engagement als Dienst für die Natur und die Landwirtschaft.

„80 Prozent der heimischen Flora sind auf Bestäubung durch Insekten angewiesen. Honigbienen leisten dabei einen erheblichen Beitrag. Der wirtschaftliche Wert ihrer Bestäubungsleistung wird allein in Deutschland auf mehr als 2 Milliarden Euro jährlich geschätzt. Ob im Obstbau, bei der Erzeugung von Saatgut oder auf unseren Rapsfeldern - ohne die Arbeit der Bienen wären die Erträge deutlich geringer. Deshalb sage ich ganz deutlich: Imkerei ist weit mehr als ein schönes Hobby. Sie ist ein wichtiger Bestandteil unserer Landwirtschaft und ein unverzichtbarer Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt“, so Backhaus, der ergänzt:
„Zum 20. August 2026 waren bei unserer Tierseuchenkasse 3.252 Bienenhalter mit 27.937 Bienenvölkern gemeldet. Gegenüber 2024 ist die Zahl der Imkerinnen und Imker zwar etwas zurückgegangen. Blicken wir aber 10 Jahre zurück, haben wir heute rund 25 % mehr Bienenhalter in MV. Der Landesverband zählt aktuell 1.729 Mitglieder in 69 Ortsvereinen. Gemeinsam betreuen sie etwa 18.000 Bienenvölker. Diese Zahlen zeigen, welche Bedeutung die organisierte Imkerei in unserem Land hat. Und auch bei der Honigernte können wir zufrieden sein. Nach den Erhebungen des Landesverbandes lag der durchschnittliche Honigertrag 2026 bei 49,2 Kilogramm je Volk. Davon entfielen 29,18 Kilogramm auf die Frühtracht und 20,02 Kilogramm auf die Sommertracht.
Bereits 2025 gehörte MV mit durchschnittlich 50,5 Kilogramm Honig je Volk bundesweit zur Spitzengruppe. Das sind erfreuliche Ergebnisse, hinter denen allerdings viel Arbeit steckt. Denn wer Bienen hält, muss sich über das gesamte Jahr um die Gesundheit seiner Völker kümmern, Trachtangebote beobachten und auf Witterung und Krankheiten reagieren.
Zugleich stehen unsere Imkerinnen und Imker wirtschaftlich unter Druck. Ein regionales 500-Gramm-Glas Honig kostet im Durchschnitt etwa 6,18 EUR. Gleichzeitig konkurrieren heimische Erzeugnisse mit günstigen Importen aus Drittländern. Dabei sollte uns eines bewusst sein: Regionaler Honig steht für Qualität, kurze Wege und die Arbeit unserer Imkerinnen und Imker vor Ort. Diese Leistung muss auch ihren Preis haben dürfen“, erklärt der Minister, der den Imkern auch zukünftige unterstützung zusagt:
„Insgesamt fördern wir die Bienenhaltung und Bienenzucht in Mecklenburg-Vorpommern mit jährlich rund 550.000 EUR. Allein über das Sektorprogramm Bienen stehen jährlich 176.000 EUR aus Landes- und EU-Mitteln zur Verfügung. Davon sind 130.000 EUR für Investitionen vorgesehen, beispielsweise zur Verbesserung der Bienenhaltung, der Bienengesundheit und der Zucht sowie zur Ausstattung von Bienenlehr- und Schaugärten.
Ich möchte ausdrücklich dafür werben, diese Möglichkeiten zu nutzen. Anträge für entsprechende Investitionen können noch bis zum 30. November beim LALLF in Rostock gestellt werden.
Ein wichtiger Partner ist für uns auch das Bienenzuchtzentrum Bantin, das wir 2026 mit rund 352.000 EUR für den laufenden Betrieb und weiteren 30.000 EUR für Investitionen unterstützen. Hinzu kommen jährlich rund 10.000 EUR aus Tierzuchtfördermitteln für den Landesverband, unter anderem zur Beschickung der Bienenbelegstellen.“
Der Minister macht auch deutlich, dass nicht allein die Tiere im Fokus stehen sollen:
„Mir ist wichtig, dass wir nicht nur die Zahl der Bienenvölker im Blick haben, sondern auch die fachliche Kompetenz, die Zuchtarbeit und die Gesundheit der Tiere stärken. Denn eine leistungsfähige Imkerei braucht gute Rahmenbedingungen, qualifizierten Nachwuchs und vor allem gesunde Bienenvölker. Eine Herausforderung, die uns zunehmend beschäftigen wird, ist die Asiatische Hornisse, Vespa velutina. Diese invasive Art wurde erstmals 2004 in Frankreich nachgewiesen und breitet sich seitdem in Europa aus. Seit 2014 ist sie auch in Deutschland bekannt. Ihre Ausbreitung kann bis zu 80 Kilometer pro Jahr betragen. Die Asiatische Hornisse ernährt sich unter anderem von Honigbienen und kann insbesondere für bereits geschwächte Bienenvölker zu einer zusätzlichen Belastung werden. Auch wenn die Art in einigen Teilen Deutschlands inzwischen fest etabliert ist, haben wir in MV bislang Glück gehabt. Bis heute gibt es keinen bestätigten Nachweis der Asiatischen Hornisse in unserem Bundesland.
Obwohl die Art seit März 2025 bundesweit als weit verbreitet eingestuft ist und damit anderen Managementvorgaben unterliegt, wollen wir in Mecklenburg-Vorpommern bei einem erstmaligen Auftreten weiterhin versuchen, aufgefundene Nester zu beseitigen. Das LUNG hat dafür bereits einen Rahmenvertrag mit einer spezialisierten Fachfirma abgeschlossen. Damit schaffen wir die Voraussetzungen, bei bestätigten Funden zügig und fachgerecht handeln zu können. Entscheidend ist allerdings, dass mögliche Vorkommen frühzeitig erkannt und gemeldet werden. Über das Meldeportal Arten des LUNG sowie das norddeutsche Monitoringportal Ahlert-Nord können entsprechende Beobachtungen gemeldet werden.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Bienengesundheit. Die Varroamilbe bleibt eine der größten Herausforderungen für die Bienenhaltung. Mit der Neufassung der Tierseuchenmeldeverordnung im März 2026 wurde der Befall mit Varroamilben formal als meldepflichtige Tierseuche eingestuft.
Mir ist dabei wichtig, an dieser Stelle Klarheit zu schaffen: Eine gesonderte Meldung des Varroabefalls durch die Imkerinnen und Imker ist nicht erforderlich. Mit der ordnungsgemäßen Registrierung der Bienenhaltung wird der Meldepflicht bereits Rechnung getragen. Wichtig bleibt allerdings, dass alle Bienenhaltungen bei der zuständigen Veterinärbehörde registriert und die Bestände jährlich bei der Tierseuchenkasse gemeldet werden. Das gilt insbesondere auch für diejenigen, die neu mit der Imkerei beginnen.“